Leben im Dschungel

Hallo ihr lieben Couch-Abenteuerer!
Geht´s euch gut?

Ich bin, wie zu erwarten, heil aus dem Dschungel zurueck!

Hab ein sehr schoenes Wochenende hinter mir, dessen Details ich euch nicht laenger vorenthalten moechte!

Bin am Freitag nach einer Woche ziemlich zaeher Arbeit auf das Konzert von Arkabuz, der Gruppe aus Galápagos, deren Entstehung ich vor 4 Jahren quasi miterlebt habe.
War super genial, sie werden echt immer professioneller!
Googled bei Gelegenheit mal “Arkabuz Galápagos”, was ihr da hoert und seht spricht fuer sich finde ich!

Nach ner (fuer mich) eher kurzen After-Show Party, bin ich heim, hate naemlich allerhand vor fuer den Samstag.

Hab meine Arbeitskollegin Carina morgens an einem von Quitos Bahnhoefen mehr gefunden als getroffen und bin mit ihr losgezogen auf eine Tour durch die Altstadt Quitos.
Aufgrund der 200-jaehrigen Unabhaengigkeit am 10.August bieten sie hier zur Zeit kulturell sehr viel an.
Unsere Tour ging unter von der Plaza Principal, ueber die aelteste Kirche Quitos zur schoensten Kirche Quitos, in zwei Museen und in das schoene kleine Viertel La Ronda wo wir traditionelle Spiele gespielt haben wie “Agua y Limon”, so ne Art Reise nach Jerusalem, Drachen gebastelt haben und Kreisel haben kreiseln lassen.

Am Abend kam dann meine US-amerikanische Freundin Lauren am Flughafen von Quito an.
Hab sie vor 2 1/2 Jahren auf Galapagos kennegelernt und seitdem nimmer gesehen!

Haben uns dann am Sonntag frueh etwas fitter und frischer getroffen, um unsere Kurzreise in den Dschungel zu starten.

Sind nach 7 Stunden Fahrt und Stop in Tena in Misahualli angekommen.
Misahualli galt lange als DER Ort, um Touren in den Dschungel zu unternehmen. Die Oelvorkommen und die Gier nach dem schwarzen Gold haben dem Ganzen dann kurzzeitig nen Strich durch die Rechnung gemacht.
Heute erholt sich Misahualli langsam wieder und ist einmal mehr auf Toursimus angewiesen, um die Oelindistrie zurueckzudraengen und das gruene Paradies zu schuetzen.

Ist ein mini kleiner Ort mit 600 Einwohnern, von denen weit mehr als die Haelfte Kinder sind.

Sind am Sonntag Frueh um 9Uhr los, mit dem Kanu und 6 weiteren Touris (Deutschen…) im Gepaeck.

Haben erst ein Museum fuer Fallen besucht, das fast so gut im Dschungel versteckt war wie die Fallen selbst. Echt sowas von clever, und sie funktionieren immer, gibt Fallen fuer jede Groesse von Beute (auch Voegel) und sowohl Lebendfallen als auch solche, in dene die Opfer zerquetscht werden.

Das Museum war gleichzeitig so ne Art Freilandgehege fuer verschiedene Tiere, haben also Freundschaft mit verschiedenen Affenarten, Ozelots und Kaimaren geschlossen.

Unsere 2 Stuendige Dschungel-Tour hatte dann ausser viel Schweiss und Blasen (Gummistiefel!) Wespenstiche, Ameisenverkostung und Riesenspinnenvorfuehrung zu bieten. War echt interessant und halb so wild!
Die Ameisen, die wir probiert haben, schmecken uebrigens nach Zitrone!

Der Abschluss und vermeindliche Hoehepunkt der Tour war dann das Zusammentreffen mit einer Gemienschaft von Quichua-Sprechern, die dort versteckt im Dschungel leben.

Meinem ethnologisch geschaerften Auge kam das Ganze etwas gefaked vor (der Shaiman hat L&M fuer seine spirituelle Reinigung der Touris verwendet, die Menschen dort haben Cola getrunken und Fussball Trikots getragen), aber nichtsdestotrotz haben sie uns ein Stueck weit an ihren alten Traditionen teilhaben lassen.

Zuerst haben wir gelernt, wie man Chicha de Yuca, ein alkoholhaltiges Manjk-Getraenk, herstellt, das im Endstadium der Produktion mit menschlichem Speichel angereichert wird (fuer die Fermentierung). Legger!
Wir habens im Fruehstadium probiert. War auch scho legger…

Danach haben die Maenner Musik gemacht und gesungen, waehrend die Frauen und Maedchen in traditionellen Bastroeckchen getanzt haben. Ja und dann mussten wir natuerlich mit tanzen…

Zum Abschluss gabs dann noch einen Fisch, den die Leute dort in einem Bananenblatt eingerollt ueberm Feuer duensten. Der war ehrlich mal legger!!

Den Rest des Nachmittags haben Lauren und ich mit suessen, knopfaeugien Kids am Flussufer spielend verbracht. Haben Sandburgen gebaut, sind mit ihnen ins Wasser gehhuepft, und haben ihnen gezeigt wie eine Digitalkamera funktioniert – also so ungefaehr halt.

Am Abend waren wir fuer 5$ Garnelen essen, ein Traum!

Hatten uns viel zu erzaehlen und sind deshalb etwas speater zurueck in unser Holzhaeuschen.

In der Nacht hat es so geregnet, dass ich dachte es schwemmt uns, die Huette und ganz Misahualli davon! Koennt ihr euch nicht vorstellen, so ein Krach! Waren auch keine Tropfen zu sehen, es hat sprichwoertlich aus Eimern gegossen! Aber unser Haeuschen hat dem Ganzan Stand gehalten, wie durch ein Wunder.
Weiss jetzt auf jeden Fall warum es “Regenwald” heisst!

Am Sonntag haben wir ausgiebig gefruehstueckt und mussten dabei den ortansaessigen Aeffchen ab und zu mittels einer Spritzpistole klarmachen, dass wir nur ungern mit Affen Essen teilen.

Sind danach zu einem Wasserfall gelaufen, war ne einzige Schlammschlacht! Aber wir hatten zum Glueck die (bequemen) Gummistiefel vom Dschungelguide Don Carlos geliehen.

Um 13Uhr haben wir Misahualli verlassen, und zurueck Quito sind wir mit Aline, einer Freundin und quasi Kollegin von Lauren, im monglischen Restaurant “Mongos” eingekehrt. Nichto ganz PC (political correct) wie ich finde…

Sind dann zu dritt nach Hause zu Aline, haben uns ins Bett gekuschelt und nen Film angeguckt.

Heute Morgen ist Lauren nach Galapagos geflogen…und ich bin in die Arbeit.

Und das wars schon wieder mit den Neuigkeiten von meiner Seite!

Bis bald und machts gut,
eure Lisa

Chiller Wochenende mit Adrenalin-Finale

Hallo zusammen!

Da bin ich wieder!

Mehr oder weniger frisch nach einen sehr erholsamen und schoenen Wochenende.

Letzte Woche ist relativ schnell vergangen, hab fast jeden Abend was unternommen (Café, Kino, Markt, naechtlicheer Ausflug mit Familie ins nahegelegene Tal Cumbaya).

Am Freitag hab ich dann bis 14hr ohne Pause durchgarbeitet, um dann sofort aufbrechen zu koennen: nach Baños!

Ihr werdet euch fragen, wieso ich denn schon wieder nach Baños gefahren bin, wenn es doch so viel zu sehen gibt hier.
Es ist naemlich so:
ich versteh mich echt super mit Julie, der Franzoesin, und da sie sich letzte Woche so bissi in einen Typen dort verguckt hat und deswegen wieder nach Baños wollte, dachte ich mir, ich begleite sie lieber also “allein” in Quito zu sitzen.

Moecht euch kurz mal naher beschreiben, warum ich es koerperlich nicht lange in Quito aushalte:
die Autos hier haben keinen Katalysator oder aehnliches, blasen also alles was geht ungefiltert in die Atmosphaere. Der Flughafen ist mitten der Stadt, alle 10 Minuten duest ein Flieger gefuehlte 20 Meter ueber dir umher und vermittelt leichte 9/11-Stimmung (gibt echt viele Hochhaeuser hier, Hut ab vor den Kuensten der Piloten!) und Quitos Lage in einem Tal umgeben von 3000-4000ern macht die Luft halt echt nicht besser.

Am Freitag auf dem Weg zum Busbahnhof war es so schlimm, dass ich fast brechen musste:
sind mit dem Taxi in nen Tunnel stecken geblieben, wegen dem Berufsverkehr.
Mir ist so schlecht geworden, war einfach kein bisschen Sauerstoff in dem Tunnel, nur Abgase.

Julie, neben mir im Taxi sitzend und sich so wie ich notduerftig mit einem Kleidungsstueck Mund und nase bdeckend meinte, ein Tag in Quito sei so schlimm fuer Lungen, Haut etc. wie eine Schachtel Zigaretten!
Super! Da rauch ich mein Leben lang nicht und bekomm´s trotzdem so dicke ab!

Vielleicht versteht ihr nun, warum ich lieber zwei Mal hintereinander 3 Stunden in das kleine Kaff Baños fahre, als Quito-Luft zu schnuppern…

Gut, langer Rede kurzer Sinn, Julie und ich sind also um 19:30 in Baños angekommen, haben uns rucki zucki ein bisschen aufgebrezelt und sind losgezogen.
Haben ihren Danny getroffen und noch ne Englaenderin, Maria, deren Eltern in Genf leben und die mit 18Jahren aus England ausgewiesen wurde (warum hab ich mich nicht fragen trauen) und nun in New York lebt und studiert. Interessante Lebensgeschichte und echt ne Liebe.

Haben ungefaehr 3 Stunden auf ne zerkochte Gemuese-Lasagne gewartet (selber Schuld wer sowas in Ecuador essen will, aber ich hatte sprichwoertlich die Schnauze voll von “Arroz con Pollo”, also Reis mit Huhn.)
Zu allem Uebel lief in dem Restaurant eine CD mit nur zwei Liedern. Haben jedes also ungefaehr 20 Mal gehoert, anhoeren muessen! Absolute Schnulzen, und wir wollten doch danach feiern gehen!
Sind echt rausgestuermt nach dem wir (halb) aufgegessen hatten!
Aber lustig wars, rueckblickend!

Sind dann von einer Bar in die andere, haben Canelazo, einen warmen Zuckerrohrschnaps mit Fruchtsaft und Zimt, probiert (Huijuijui) und Jenga gespielt. Ist so ne Art Volkssport hier, war schon bei meiner letzten Reise auf jeder Party der Hit!

Haben dann noch schoen die Lasagne weg-geshakt und sind um 2Uhr zurueck ins Hostel.
Im Zimmer angekommen erzaehlte mir Maria, dass sie in der Nacht von der Polizei festgenommen wurde und drei Stunden auf dem Revier verbracht hat. (Wir hatten sie zwischen Jenga und Canelazo verloren!).
Sie war mit nem Typen unterwegs, der der Polizei als Drogendealer bekannt ist, ihr fatalerweise aber nicht. Also die Polizei ihn mitnehmen wollte, meinte er “die da will Drogen”. Naja, und dann ging wohl alles ganz schnell. Aufs Revier, Aussage, etc.
Sie hatte echt Glueck, ihr spanisch war ganz gut, und sie konnte den Polizisten ihre Unschuld so glaubhaft beteuern, dass sie anch drei Stunden gehen durfte. Haette auch 5 Jahre Knast kriegen koennen wenns schlecht gelaufen waere…
Sie hat´s aber relativ locker genommen, und der Typ stand doch tatsaechlich am naechsten Morgen auf der Matte um sie zum fruehstuecken einzuladen! So ein Spinner! Sie hat natuerlich nicht angenommen…

Am Samstag hab ich den halben Tag in einem Café mit Terrasse und Blick auf Wasserfall und Berge gechillt und gelesen, und die anderer Haelfte waren Julie und Danny dabei. Hat echt gut getan, unter der Woche steh ich halt doch immer frueh auf, arbeite, bin unterwegs, komm net zum lesen, chillen etc.

Der Abend ist dann so aehnlich wie der vorherige verlaufen, mit dem Unterschied, dass wir vor dem Ausgehen mit einer “Chiva”, einem bunten Bus ohne Tueren in die Berge gefahren sind um dort Feuerspektakel mit Blick auf Baños zu bewundern.
War echt super, die drei Jungs hatten es echt drauf! Haben mit brennenden Fackeln jongliert, Freiwillige in ihre Mitte gestellt, Witzle gerissen, getrommelt – echt ne tolle Show!

Wieder zurueck in Baños sind wir dann in ner echt grosssen Gruppe aus Gringos und Locals durch die Kneipen gezogen, haben gefeiert und (Salsa) getanzt bis 4Uhr Morgens. War echt ne super Nacht,hatten super viel Spass!

Am Sonntag haben wir dann schoen ausgeschlafen und ausser Canopy auch nur rumgefault. Hat aber echt so gut getan, und das Wetter war schoen, die Luft rein und die Fruchtsaefte frisch und fruchtig.

Zum Canopy:
Canopy ist eine Extremsportart, bei der man eine Schlucht oder sonstige Graeben an einem Seil gespannt, ueberfliegt.
Fuer Mutige in der “Superman-Position”, also echt fliegend, fuer Julie und mich sitzend, wie richitge Damen eben.
Das ganze hat 3 Sekunden gedauert, war aber echt toll und sauschnell! Bin ueber einen reissenden Fluss von Felswand zu Felswand gesaust und hab den Fahrtwind und die Aussicht genossen.
Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr mich auf dem Bild!

Um 17Uhr hab ich dann (allein) den Heimweg angetreten. Julie wollte sich noch nicht von Danny trennen.
Die Busfahrt war halb so wild, hab gechillt (das kann ich jetzt ganz gut), gelesen, und einen Film haben sie auch gezeigt. Allerdings den schlechtesten, den ich jemals gesehen hab. Unterhaltsam war´s allemal.

In Quito angekommen haben wir alle zusammen, also Gastfamilie (Eltern und alle vier Tochter plus Partner und Hund) heisse Schokolade getrunken und Broetchen dazu gegessen.

Hat mir dann den Rest gegeben und um 22Uhr bin ich halb tot ins Bett gefallen.

Diese Woche scheint es etwas ruhiger zu sein in der Arbeit. Ecuatorianische Studenten haben den August ueber frei, und fuer die, die jetzt noch nichts gebucht haben, ist es eh schon zu spaet.
Fabricio meint ausserdem, dass ich einfach zu schnell arbeite. Sorry!
Hab wohl nen anderen Lebensrhythmus…

In diesem Sinne wuensch ich euch ne schoene Woche, den Schulkindern tolle Ferien und den Eltern gute Nerven Icon Smile in Chiller Wochenende mit Adrenalin-Finale !

Alles Liebe und macht´s gut,

eure Lisa

3. Woche:

Wochenende in Baños

Hallo zusammen!

Moecht euch heute ein bisschen von meinem Wochenende berichten.

Am Freitag Abend nach dem Essen hat die Gastfamilie uns Gringas ins Auto eingepackt (waren zu sechst in nem normalen 4 Tuerer, natuerlich, waer ja auch langweilig sonst) um uns die wunderschoene Altstadt Quitos bei Nacht zu zeigen. Ist zu gefaehrlich dort herumzuspazieren (bei Tag und Nacht), deswegen waren wir mit dem Auto unterwegs.

Muss schon sagen, Quitos Altstadt hat den Titel Weltkulturerbe (in den 1970gern verliehen bekommen) echt sowas von verdient!  Ist halt im Kolonialstil gebaut, also sicher nicht sehr verschieden von so manchen spanischen Staedten…aber trotzdem, wunderschoen! Und mit den ganzen Beleuchtungen, echt sehenswert!

Sind nur bei der Basilika del Voto Nacional kurz ausgestiegen um Fotos zu machen. Erinnert ein bisschen an die Votivkirche in Wien wer die kennt, nicht nur vom Namen her.

Sind nach dem Ausflug relativ frueh ins Bett, weil wir am Samstag Morgen um 6:30Uhr los nach Baños wollten. War mit Taylor verabredet, die ja im Nebenhaus wohnt. Als sie aber um 6:50 noch immer nicht da war, hab ich mal bei ihr angerufen. Stellte sich heraus, dass der kleine Fernreise-Frischling ohne Wecker im Gepaeck losgezogen ist. Hat sich also darauf verlassen, dass sie die ecuatorianische Gastmama am Samstag um 6:00Uhr morgens weckt, nach einer Woche harter Arbeit, har har!

Mein Anruf hat sie dann geweckt…

Mit 30 Minuten Verspaetung sind mir bei den anderen Maedels am Treffpunkt angekommen, sie waren zum Glueck noch da!! Zu sechst haben wir uns dann auf den Weg zum Busbahnhof gemacht. Dort angekommen ging die Aufregung erst richtig los:

Der VOLLIDIOT vom Schalter verkaufte uns um 8:30Uhr ein Ticket fuer einen Bus, der um 8:25Uhr abfaehrt. Naja, sieht halt 6 Gringas und denkt er kann uns uebers Ohr hauen. Ist ihm auch fast gelungen. Wir pilgern also zur Plattform unseres Busses, der ist aber nicht da. Wenn man es nicht brauchen kann, sind die Busse hier naemlich puenktlich…

Gut, wir sechs pilgern zurueck zum Schalter um das Ticket zu aendern, fuer den naechsten Bus. Doch der Typ meinte ganz selbstverstaendlich, dass das Ticket nicht mehr gueltig waere. „Ja spinnst denn du?!“ haett ich ihn am liebsten gefragt!

Nach einem langen Kampf, in den am Schluss auch drei VIP-Uniform tragende Latinos involviert waren, denen wir es anscheinend angetan hatten, tauschte er uns das Ticket um. Waren zwar nur 3,50$ pro Kopf, aber mir ging’s ums Prinzip! Lass mich doch ne bescheissen!

Nur kurz zur Auflaerung fuer alle, die sich schon seit 30 Zeilen fragen was zum Teufel eigentlich Gringas sind:

Hier in Lateinamerika nennt man Nordamerikaner und auch Europaer, also „Weisse“, Gringos. Kommt der Legende nach kommt das daher, dass die Amerikanischen Soldaten, die in Mexiko stationiert waren, gruene Uniformen trugen. Um ihre Antipathie auszudruecken, riefen ihnen die Mexikaner „Green, Go!“ zu. Daraus hat sich dann, wie bei der guten alten Fluesterpost „Gringo“ entwickelt. Hat oft einen peorativen Charakter, aber nicht immer.

So, weiter im Text:

Wir, abgehetzt, veraergert und nur genervt, steigen also ENDLICH in den Bus ein und nehmen Platz. Zwei Minuten spaeter stellt sich heraus, dass wir keine Sitzplatzreservierung haben. Der Idiot vom Schalter hat zwar das Ticket geaendert, nicht aber die Sitzplatzreservierung. Hat sie einfach vom alten Ticket uebernommen ohne nochmal zu checken…

Naja, so mussten wir uns also vier Stunden holpriger Busfahrt drei Sitze teilen. War ein Heiden-Spass sag ich euch! Aber immer noch Luxus gegen Indiens Busse. Hab ich den anderen Maedels auch gesagt, hat die aber wenig getroestet. Wir waren uebrigens ein Gespann aus zwei Amis, einer Englaenderin, einer Daenin, einer Franzoesin und mir. Volle bunte Mischung, die sich auf Spanisch verstaendigt hat.

In Baños angekommen, haben sich die fuenf gleich auf den Weg zu einem Reisebuero gemacht. Hatten River-Rafting gebucht. Ich hatte mich aufgrund meines Rueckens (und weil ich Schiss hatte) dagegen entschieden.

Baños ist ein kleines Kaff auf der Grenze zum Amazonasgebiet. Ziemlich gruen also. Seinen Namen (Baños= Bad, aber auch Toilette) hat es von ersterer Bedeutung. Baños ist naemlich ein Kurort mit Heilquellen und vielen Wasserfaellen.

So bin ich also den Nachmittag allein durch Baños getigernt, hab mir Ohrringe gekauft und gebratene Meerschweinchen auf dem Grill fotografiert (an alle Besitzer von Wuschels und Fritzis: Bilder lieber nicht anschaun, nichts fuer schwach Nerven!) War schoen entspannend!

Als die anderen zurueckkamen war es schon 20Uhr. Haben und fertig gemacht und sind losgezogen. Waren erst in einer sehr europaeisch anmutenden Bar mit Shisha und allem (Frau des Besitzers is ne Deutsche fand ich dann scharfsinnig heraus) und sind dann weitergezogen in eine Bar die einen offenen Innenhof mit Lagerfeuer hatte, echt cool. Haben bissi geshaked und um 2 Uhr waren wir dann auch schon im Bett.

Am Sonntag sind wir in ein Hostel namens Plantas y Blanco zum fruehstuecken. Auf meiner ersten Reise waren Jenny und ich dort untergebracht, hat also ein paar ganz schoene Erinnerungen wachgerufen.

Mit vollem Magen (gab echtes Brot!!!) sind wir dann in eines von Baños baños. Sind allerdings nicht lang geblieben, weil sich die Maedels etwas anderes darunter vorgestellt hatten. In Wirklichkeit war es naemlich ein Becken voll mit Menschen, Kindern, Plansch-Utensilien. Das Wasser war aufgrund des Schwefelgehalts gelblich braun und es hatte eine gefuehlte Temperatur von 70 Grad. Nix fuer Europaeerinnen…

Danach haben wir uns aufgeteilt, ist einfach zu anstrengend mit sechs Maedels! Ich bin mit Juli, der ganz lieben Franzoesin, und dem Tourguide von ihrem Rafting-Ausflug aus Baños rausspaziert. Haben einen Wasserfall gefunden wo sonst niemand war. Total beruhigend und schoen, volles Kontrastprogramm zu Quito. Aber so ist Ecuador, hat echt fuer jeden was zu bieten!

Um 16Uhr haben wir dann die Heimreise angetreten. Auf dem Weg sind wir am Vulkan Cotopaxi vorbeigefahren, dem hoechsten Ecuadors. Knapp 6000m oder so. Und weil es ausnahmsweise nicht bewoelkt war, konnten wir ihn gnaz aus der Naehe bewundern, siehe Fotos.

Um 20Uhr war ich wieder bei Loren und nach dem Abendessen bin ich ins Bett. Bin noch immer hundemuede um 22hr und topfit um 7Uhr. Nicht das schlechteste wenn man arbeiten muss.

Naja, und die letzten beiden Arbeitstage sind schon wieder wie im Flug vergangen. Hab wieder viel uebersetzt, telefoniert (mein Chef schont mich echt null! Schmeisst mich staendig ins einkalte Wasser, aber is gut so!) und geplant.

Wer sich uebrigens fuer Kulturelle Austauschprogramme in Ecuador interessiert (kann ich nur empfehlen!!!) und schon Spanisch spricht, moege sich bitte auf www.estudiaytrabaja.es.tl informieren. Bald gibts dann alles auch auf englisch und deutsch (wenn ich jemals fertig werde…).

War gestern nach der Arbeit kurz mit Juli auf nem Markt und hab bissi geshoppt und mich schon wieder in alles was sie hier so verkaufen verliebt…Zum Glueck hab ich ne Gewichtsbeschraenkung beim Gepaeck!

So, und das war’s eigentlich schon wieder!

Bis zum naechsten Mal, alles Liebe und macht’s gut,

eure Lisa

Alltag in Ecuador

Hallo liebe Fernwehpatienten und Daheimgebliebene,

da bin ich wieder!

Diesmal aus einem Internet-Cafe, in unserem Buero ist der Strom ausgefallen und ich hab nix zu tun ohne Computer und Telefon – schon bloed wenn man so von der Technik abhaengt! Passiert aber anscheinend nicht oft, nicht dass ich jetzt wieder so ein Bild von Ecuador vermittle…

Gehts euch gut?

Muss sagen, bei mir is alles ok. Gestern hat mich die Arbeit ein bisschen gestresst. Mein Chef kam einfach alle 5 Minuten mit nem neuen Auftrag, ich musste meine eigentliche Arbeit unterbrechen um “Sekretaerinnen- Handlanger- Dienste” zu erledigen, und des hat mich schon ziemlich genervt!

Hat er dann aber an meinem Gesicht gemerkt glaub ich (ich kann so boese schaun) und mich in Ruhe gelassen. Sonst ist die Arbeit echt cool, bringt mir super viel fuer die Sprache(n) – im Moment uebersetzt ich zum Beispiel einen Text vom Spanischen ins Englische und Deutsche, wird dann auf der Website erscheinen, damit ihr auch kontrollieren koennt ob ich des gut mach !

Ja, und sonst moecht ich in diesem Lisabrief mal ein bisschen auf den ecuatorianischen Alltg eingehen.

Zum Beispiel auf die Kinder, die sich auf sechs-spurigen Strassen an der Ampel vor die Massen der Autos und Busse stellen, um Baelle zu jonglieren, Raeder zu schlagen und die Meute sonst wie zu unterhalten um am Ende (k)ein bisschen Kleingeld durch die Autofenster gereicht zu bekommen. Und das alles innerhalb einer Ampelschaltung, also wenigen Sekunden.

Ich bin jedes Mal total geschockt wenn ich die Kleinen da zwischen den Autos durchflitzen sehe…Aber sie haben die Ampelschaltung wahrscheinlich im Blut, wissen ganz genau wann sie sich wieder auf dem Gehsteig retten muessen…

Im Bus hingegen steigen fast immer Kinder, Jugendliche oder Erwachsene zu, die Kaugummis o.ae. verkaufen. Gestern hat mich ein kleiner Junge mit seinen Knopfaugen um 10 Cent fuer eine Packung Bonbons gebeten.

Er war wohl kaum aelter als vier.

Genauso wie die eher schrecklichen Seiten, ist Eduador und Quito ein wundervoller Ort, wo man staendig damit konfrontiert wird, wie anders alles ist.

Loren, meine 26-jaehrige Gastmama (eher Freundin!) und ich haben ein kleines “Abendritual” gefunden. Wenn es dunkel ist (was hier schon ab 18:30 Uhr der Fall ist, wegen der Aequatornaehe!), gehen wir um die Ecke (ungefaehrlich Mama und Oma!) und kaufen Obst und Gemuese fuers Abendessen. Ihr koennt euch nicht vorstellen wie chaotisch es da zugeht! Der Laden ist etwa so gross wie eine durschnittliche Toilette in einem durchschnittlichen Haus (also klein!), was sich aber keinesfalls negativ auf das Angebot auswirkt – es gibt einfach ALLES! Von Quinoa, einer Art Getreide, sehr gesund, ueber Fleisch, ungekuehlt, bis hin zu Taxo, Guanabana und wie die ganzen anderen exotischen Fruechte noch so heissen.

Die Besitzer sind ein Quechua (eine der Sprachen der Indigenas, also Einheimischen Ecuadors, Kolumbiens und Perus) sprechendes Paar. Sie sprechen mit den Kunden Spanisch, untereinander aber nur Quechua, und das versteht keiner der Kunden, ich schon gleich gar nicht. Klingt aber total interessant, so richtig urig…

Die Besitzer haben zwei Kinder. Der aeltere ist wohl so drei, rennt staendig zwischen den Kunden hin und her und spielt verstecken. Der/ die Kleine (“Gender-Mainstreaming” ist hier kein Thema) kann grade stehen. Gestern steckte er in so nem Laufstall-Ding, so dass er nicht ueber den Haufen gerannt wird. Und damit er nicht abhaut, hatten sie das Plastik-Teil an einem Pfosten im Laden festgebunden, mit einer Leine.

Ich sags euch, ein Bild fuer Goetter!

Aber die Kinder hier muessen schon ganz schoen was mitmachen…Keine Spur von Verwoehnung, ueberschenglicher Zuneigung oder Liebe.

Keine Zeit.

Der Kaufvorgang selbst ist das chaotischste was ich je erlebt hab. Jeder ruft dem Paar zu, was er moechte, also z.B. “ein Pfund Tomaten”, und die beiden flitzen dann los um das Gewuenschte in Plastiktueten zu verpacken. Komischerweise wissen sie immer fuer wen es war und wieviel es kostet.

Kurz und gut, ich geh dort gern Obst und Gemuese einkaufen. Organisiertes Chaos und Reizueberflutung pur!!

So, das wars schon wieder, muss mal zurueck ins Buero, vielleicht gibts ja wieder Strom…

Ich wuensch euch was, danke fuer euer Interesse und eure Kommentare!

Bis ganz bald, hasta luego,

eure Lisa

FAMilienfest a la Ecuatoriana und Arbeitsbeginn

Hallo zusammen!

Da bin ich wieder aus einer der hoechst gelegenen Hauptstaedte der Welt!

Moecht euch kurz ein bischen vom Wochenende berichten und natuerlich vom ersten Arbeitstag.

Bin ja am Samstag Morgen angekommen und am Abend gab¨s dann gleich ne Party fuer uns Gringas Spacer in FAMilienfest a la Ecuatoriana und Arbeitsbeginn Nee, eigentlich war es der Geburtstag der Gastoma Rocio! Um 20Uhr sind die ersten Gaeste eingetrudelt und um 21Uhr waren wir dann komplett. Ungefaehr 25 Leute, ALLES Familie.

Ist der Wahnsinn wie unterschiedlich die Braeuche sind: im Gegensatz zu Festen in Deutschland sitzen die Gaeste in Ecuador erst mal auf dem Trockenen. Es wird allgemein ganz wenig getrunken. Dafuer aber getanzt! Noch vor dem Essen haben Geburtstagskind und Ehemann das Salsa-Tanzbein geschwungen, zum Vergnuegen von Taylor und mir. Tja, und dann mussten wir selber ran! Hab mich ganz gut geschlagen, bin halt doch schon ne halbe Latina Icon Smile in FAMilienfest a la Ecuatoriana und Arbeitsbeginn . Mein Chef war auch dort (is der Neffe der Gastoma), hab mit ihm getanzt. War echt witzig, auch wenn ich lieber erst was gegessen haette – Mitternacht war dann doch a bissi spaet! Aber das Warten hat sich gelohnt, war echt sowas von lecker! Gab Truthahn, typisch (Sued)Amerikanisch (!), Salat, Reis, Kartoffeln und einfach nur ueberragend leckere Sossen dazu (hab scho das erste Rezept eingesackt: Aji, eine Salsa aus Baumtomate, Chillies, Tomate und Zwiebel, hmmm!).

Nach dem Essen konnt ich mich vor Muedigkeit nimmer halten, war auch auch ca. 7Uhr morgens fuer mich! Die anderen haben aber ganz locker bis halb vier weitergefeiert – und nur um das nochmal klar zu stellen: der Altersdurchschnitt war ungefaehr 50!

Am Sonntag waren wir dann auf nem Amateur-Fussballspiel von den Freunden der Gasttoechter. War ganz witzig. Die Armen haben auf Sand gespielt und sich dementsprechend die Knie etc. aufgeschlagen! Danach gab*s erstmal Pilsener, DAS Bier Ecuadors.  Angeduedelt und bissi verbrannt von der Aequatorsonne sind wir nach Hause. Den Abend haben wir gemuetlich mit dem HORRORfilm ausklingen lassen.

Um 21Uhr bin ich totmuede ins Bett gefallen, hab das mit der Zeitumstellung noch net so drin… Heute Frueh um 7Uhr war ich dafuer topfit! Bin mit meinem Chef gemeinsam in die Arbeit gefahren und dort hat er mir erstmal erklaert wie sein Geschaeft so laeuft und was meine Aufgaben sein werden. Ich werde eine Website ueber Austauschprogramme inhaltlich gestalten. Sie zielt vor allem auf junge Europaer ab, die in Ecuador Spanisch lernen moechten.

Also, wenn ihr jemanden kennt – ich kann bestimmt Prozente aushandeln Icon Wink in FAMilienfest a la Ecuatoriana und Arbeitsbeginn !

Werd mich nun mal auf den Heimweg machen, wuensch euch was und freu mich schon auf Kommentare – das mit dem Hundefrisuer ist sicher ein guter Punkt zum anknuepfen!

Und um an dieser Stelle die Fragen von Dr. Esel zu beantworten: Ecuatorianer gehoeren generell schon zu den wohlhabenderen Suedamerikanern, einfach weil das Land so klein ist (ca.so gross wie Bayern und Baden-Wuerttemberg zusammen). Trotzdem gibt es viel Armut, seh ich taeglich wenn ich den Bus nehme. Bettelnde Kinder mit schmutzigen Gesichtchen, Frauen mit ganz kleinen Froeschchen auf dem Arm…Hundefriseur is wohl das Laecherlichste, das diese Menschen je gehoert haben. Meine Gastfamilie gehoert also sicher zur Oberschicht, alles Anwaelte.

In diesem Sinne,  alles Gute fuer euch und bis bald!

1. Woche:

Eure Lisa

Quito!!!

Hallo meine Lieben!

Ecuador hat mich wieder!

Bin heute morgen um kurz nach 7Uhr Ortszeit (also 14Uhr bei euch) in Quito gelandet.

Der Flug war angenehm, da ich ueber Nacht geflogen bin war das Licht die meiste Zeit aus und keiner hat mit Essen oder aehnlichem gestoert. Und so konnte ich – viele von euch werden’s schon geahnt haben – fast durchschlafen Icon Smile in Quito!!!
Hab mich ja anfangs in nicht soo guten Haenden gefuehlt mit “LAN Airlines” (genau deswegen, hatte noch nie davon gehoert!), aber ich muss mein Bild revidieren! Super Service, gutes Essen, nettes Personal, sanfte Landung…und fuer die Schnapsdrosseln unter euch der besondere Geheimtipp! Kamen naemlich ungefaehr 3 mal nach dem Essen noch rum und fragten ob sie Wein nachschenken duerften Icon Smile in Quito!!! !

Naja, und in Quito dann angekommen kam es so wie es kommen musste: die Gastfamilie, die mich abholen sollte, war natuerlich NICHT da. Ist halt doch nicht Deutschland, wo man lieber 30min zu frueh auftaucht und wartet…Hab dann mal angerufen, hatte naemlich zum Glueck schon ne ecuatorianische Handykarte gekauft. Stellte sich heraus, dass sie da waren, aber halt nicht lang genug auf mich gewartet haben – dauert halt bissi bis man ausm Flieger draussen is, Gepaeck in der hand hat, durch die Passkontrolle is etc…
War aber alles halb so wild, die Mama meiner Gastmama hat mich dann sofort geholt. Hatte eine junge Amerikanerin, Taylor, im Schlepptau. Sie wohnt bei ihr, waehrend ich im Nebenhaus wohne (bei der Tochter der Gastoma – um die Verwirrung komplett zu machen). Taylor ist nett, moechte ihr Spanisch verbessern und spricht deswegen kein Englisch mit mir, schon mal gut!
Die Gastmama kenn ich ja noch nicht, aber die Gastoma is superlieb!
Die verpeilteste Frau der Erde zwar (um ein paar Anekdoten anzureissen: verlaesst den Flughafenparkplatz ohne zu zahlen und muss sich dann aus der hupenden Autoschlange schlaengeln…ODER: will den Hund aufm Heimweg schnell beim Frisoer rauslassen, findet ihn aber einfach nicht (den Frisoer!) und kurvt 15 Minuten lang durch Quitos Schachbrettstrassen und fragt jeden Dahergelaufenen wo denn der naechste Hundefrisoer sei…ODER: macht ein heissen Wendemanoever mitten auf der Strasse ohne mal in den Rueckspiegel zu schaun – mein “CUIDADO!” hat und gerettet…) aber alles halb so wild Icon Smile in Quito!!! ! Sind sicher und heil “daheim” angekommen und haben erstmal gefruehstueckt. Sie hat 4 Toechter (bei der aeltesten wohn ich) zwischen 20 und 25, alles super nett (kenn erst zwei muss ich dazu sagen Icon Smile in Quito!!! !

Also, langer Rede kurzer Sinn: bin gut angekommen und hatte nen super Start hier!
Bissi schwindelig is mir ab und zu, schiebs auf die Hoehe (2800m ueber dem Meeresspiegel), sonst is aber echt alles gut!

Morgen geh ich evtl. mit Taylor zum Aequator (diemal zur richtigen Stelle, net zum Touri-Beschiss-Punkt!), sonst geh ichs ruhig an, und am Montag ruft dann die Pflicht: mein Praktikum beginnt!

Melde mich bald mit mehr interessanteren Infos!
Freu mich auf Kommentare…

Bis ganz bald,

macht’s gut und cuídense (span.)

eure Lisa

Der Abend zuvor…

Hallo liebe Fernwehpatienten und Daheimgebliebene,

es ist soweit: in 24 Stunden werde ich in den Flieger nach Quito steigen.

Mich erwarten ein interessantes, 6-woechiges Praktikum in Ecuadors Hauptstadt, viele kleine Ausfluege in die naehere Umgebung (Kueste, Andenhochland, Dschungel – Ecuador hat viel zu bieten), ein kurzes Treffen mit Lisa in Guayaquil, ein Flug nach Santiago de Chile wo ich meine liebe Jenny treffen werde und spannende 3 Wochen mit ihr in Santiago und Umgebung (hoffentlich Valparaiso, Wueste im Norden und Mendoza in Argentinen)!

Ihr seht, die 10 Wochen sind schon fast verplant!

Bin im Moment irgendwo zwischen Aufregung und Vorfreude, Heimweh und Fernweh – aber wenn die erste Huerde (der Flug) geschafft ist, geht es bestimmt besser! Und ihr werdet auch sofort wieder von mir hoeren!

Alles Gute fuer euch und drueckt mir die Daumen dass die Gastfamilie auch am Flughafen auftaucht Icon Wink in Der Abend zuvor...

Bis Samstag,

eure Lisa

Findet Emo

Zum ersten Mal darüber gestolpert bin ich in einem Gespräch mit einer guten Freundin: »Mein kleiner Bruder entwickelt sich zu einem totalen Emo!«, meinte sie darin. Zu einem  WAS? Moooment! Jetzt lebe ich doch erst seit einem Jahr in Österreich – und kann schon nicht mehr mitreden?! Geduldig klärte sie mich darüber auf, dass »Emo« die Bezeichnung für einen neuen Modetrend unter Teenagern sei. Ich bin halt doch schon 24 … Abgeleitet wird »Emo« übrigens von »Emotional Hardcore«, einer Art Punkrock mit starkem Akzent auf Gefühlen.

… gut, Lisa, EMO und EMOtional liegen ganz rational gedacht auch wirklich  nah beieinander! Look und Lebenseinstellung vieler bekennender Emos sind düster gefärbt. Sie tragen dunkle Röhrenjeans und Accessoires wie Totenköpfe, ihr oft schwarz gefärbtes Haar lassen sie lässig ins Gesicht fallen. Innerlich tendieren viele junge Emos zu extremen Gefühlstiefs: von Trauer über Verzweiflung bis hin zu Selbstzerstörung. Sie reihen sich ein in die Riege der Gothics und Punks, bilden eine weitere »Schublade«, die Raum für kollektive Individualität schafft. Klar, das führt zu mehr (Selbst-)Sicherheit,  bietet eine Orientierungshilfe im oft orientierungslosen Dasein von Jugendlichen.

Und was lernen wir jetzt daraus? Emos sind keine Vögel. Und egal ob Emo oder nicht, EMOtional auffällig sind sicher alle jungen Menschen. Sie wollen gesehen werden. Also, Augen auf und hinschauen – wir sind umgeben von versteckten Botschaften, die eigentlich gefunden werden wollen.
Macht’s gut, Eure Lisa