Hallo ihr lieben Couch-Abenteuerer!
Geht´s euch gut?
Ich bin, wie zu erwarten, heil aus dem Dschungel zurueck!
Hab ein sehr schoenes Wochenende hinter mir, dessen Details ich euch nicht laenger vorenthalten moechte!
Bin am Freitag nach einer Woche ziemlich zaeher Arbeit auf das Konzert von Arkabuz, der Gruppe aus Galápagos, deren Entstehung ich vor 4 Jahren quasi miterlebt habe.
War super genial, sie werden echt immer professioneller!
Googled bei Gelegenheit mal “Arkabuz Galápagos”, was ihr da hoert und seht spricht fuer sich finde ich!
Nach ner (fuer mich) eher kurzen After-Show Party, bin ich heim, hate naemlich allerhand vor fuer den Samstag.
Hab meine Arbeitskollegin Carina morgens an einem von Quitos Bahnhoefen mehr gefunden als getroffen und bin mit ihr losgezogen auf eine Tour durch die Altstadt Quitos.
Aufgrund der 200-jaehrigen Unabhaengigkeit am 10.August bieten sie hier zur Zeit kulturell sehr viel an.
Unsere Tour ging unter von der Plaza Principal, ueber die aelteste Kirche Quitos zur schoensten Kirche Quitos, in zwei Museen und in das schoene kleine Viertel La Ronda wo wir traditionelle Spiele gespielt haben wie “Agua y Limon”, so ne Art Reise nach Jerusalem, Drachen gebastelt haben und Kreisel haben kreiseln lassen.
Am Abend kam dann meine US-amerikanische Freundin Lauren am Flughafen von Quito an.
Hab sie vor 2 1/2 Jahren auf Galapagos kennegelernt und seitdem nimmer gesehen!
Haben uns dann am Sonntag frueh etwas fitter und frischer getroffen, um unsere Kurzreise in den Dschungel zu starten.
Sind nach 7 Stunden Fahrt und Stop in Tena in Misahualli angekommen.
Misahualli galt lange als DER Ort, um Touren in den Dschungel zu unternehmen. Die Oelvorkommen und die Gier nach dem schwarzen Gold haben dem Ganzen dann kurzzeitig nen Strich durch die Rechnung gemacht.
Heute erholt sich Misahualli langsam wieder und ist einmal mehr auf Toursimus angewiesen, um die Oelindistrie zurueckzudraengen und das gruene Paradies zu schuetzen.
Ist ein mini kleiner Ort mit 600 Einwohnern, von denen weit mehr als die Haelfte Kinder sind.
Sind am Sonntag Frueh um 9Uhr los, mit dem Kanu und 6 weiteren Touris (Deutschen…) im Gepaeck.
Haben erst ein Museum fuer Fallen besucht, das fast so gut im Dschungel versteckt war wie die Fallen selbst. Echt sowas von clever, und sie funktionieren immer, gibt Fallen fuer jede Groesse von Beute (auch Voegel) und sowohl Lebendfallen als auch solche, in dene die Opfer zerquetscht werden.
Das Museum war gleichzeitig so ne Art Freilandgehege fuer verschiedene Tiere, haben also Freundschaft mit verschiedenen Affenarten, Ozelots und Kaimaren geschlossen.
Unsere 2 Stuendige Dschungel-Tour hatte dann ausser viel Schweiss und Blasen (Gummistiefel!) Wespenstiche, Ameisenverkostung und Riesenspinnenvorfuehrung zu bieten. War echt interessant und halb so wild!
Die Ameisen, die wir probiert haben, schmecken uebrigens nach Zitrone!
Der Abschluss und vermeindliche Hoehepunkt der Tour war dann das Zusammentreffen mit einer Gemienschaft von Quichua-Sprechern, die dort versteckt im Dschungel leben.
Meinem ethnologisch geschaerften Auge kam das Ganze etwas gefaked vor (der Shaiman hat L&M fuer seine spirituelle Reinigung der Touris verwendet, die Menschen dort haben Cola getrunken und Fussball Trikots getragen), aber nichtsdestotrotz haben sie uns ein Stueck weit an ihren alten Traditionen teilhaben lassen.
Zuerst haben wir gelernt, wie man Chicha de Yuca, ein alkoholhaltiges Manjk-Getraenk, herstellt, das im Endstadium der Produktion mit menschlichem Speichel angereichert wird (fuer die Fermentierung). Legger!
Wir habens im Fruehstadium probiert. War auch scho legger…
Danach haben die Maenner Musik gemacht und gesungen, waehrend die Frauen und Maedchen in traditionellen Bastroeckchen getanzt haben. Ja und dann mussten wir natuerlich mit tanzen…
Zum Abschluss gabs dann noch einen Fisch, den die Leute dort in einem Bananenblatt eingerollt ueberm Feuer duensten. Der war ehrlich mal legger!!
Den Rest des Nachmittags haben Lauren und ich mit suessen, knopfaeugien Kids am Flussufer spielend verbracht. Haben Sandburgen gebaut, sind mit ihnen ins Wasser gehhuepft, und haben ihnen gezeigt wie eine Digitalkamera funktioniert – also so ungefaehr halt.
Am Abend waren wir fuer 5$ Garnelen essen, ein Traum!
Hatten uns viel zu erzaehlen und sind deshalb etwas speater zurueck in unser Holzhaeuschen.
In der Nacht hat es so geregnet, dass ich dachte es schwemmt uns, die Huette und ganz Misahualli davon! Koennt ihr euch nicht vorstellen, so ein Krach! Waren auch keine Tropfen zu sehen, es hat sprichwoertlich aus Eimern gegossen! Aber unser Haeuschen hat dem Ganzan Stand gehalten, wie durch ein Wunder.
Weiss jetzt auf jeden Fall warum es “Regenwald” heisst!
Am Sonntag haben wir ausgiebig gefruehstueckt und mussten dabei den ortansaessigen Aeffchen ab und zu mittels einer Spritzpistole klarmachen, dass wir nur ungern mit Affen Essen teilen.
Sind danach zu einem Wasserfall gelaufen, war ne einzige Schlammschlacht! Aber wir hatten zum Glueck die (bequemen) Gummistiefel vom Dschungelguide Don Carlos geliehen.
Um 13Uhr haben wir Misahualli verlassen, und zurueck Quito sind wir mit Aline, einer Freundin und quasi Kollegin von Lauren, im monglischen Restaurant “Mongos” eingekehrt. Nichto ganz PC (political correct) wie ich finde…
Sind dann zu dritt nach Hause zu Aline, haben uns ins Bett gekuschelt und nen Film angeguckt.
Heute Morgen ist Lauren nach Galapagos geflogen…und ich bin in die Arbeit.
Und das wars schon wieder mit den Neuigkeiten von meiner Seite!
Bis bald und machts gut,
eure Lisa
Nee, eigentlich war es der Geburtstag der Gastoma Rocio! Um 20Uhr sind die ersten Gaeste eingetrudelt und um 21Uhr waren wir dann komplett. Ungefaehr 25 Leute, ALLES Familie.