Valparaíso und auf den Spuren Nerudas

Hola a todos!

Wie geht´s euch?

Mir seeehr gut, bin so langsam in Chile angekommen…Es könnte zu Ecuador unterschiedlicher nicht sein, bedeutet aber nichts schlechtes!

War anfangs etwas überwältigt von der Größe Santiagos, dem europäischen Erscheinungsbild der Menschen und der Organisation und Ordnung.

Aber wie wahrscheinlich überall auf der Welt machen Jenny und ich uns eine tolle Zeit hier!

Sind am Freitag mit Chris, einem ihrer (wenigen) chilenischen Freunde nach Isla Negra gefahren, einem kleinen Küstenort in dem sich der berühmte chilenische Schriftsteller und Nobelpreisträger Pablo Neruda niedergelassen hat (unter anderem, er hatte natürlich mehrere Häuser…).

Sein Haus war der absolute Wahnsinn: direkt am Pazifischen Ozean, von jeden einzelnen Fenster konnte man die meterhohen Wellen im türkiblauen Meer sehen…Heute ist er übrigens genau dort, in seinem Garten am Meer an der Seite seiner Frau, begraben.
Neruda war ein “Cosista” (von “cosa” -Ding), also ein Sammler aller möglichn Dinge. So kann man in seinem Haus z.B. ein Zimmer bewundern, das 600 Muscheln beherbergt. Aber nicht irgendwelche Muscheln – es waren die schönsten die ich je gesehen habe…

Haben den Vormittag dort verbracht und überlegt, wie wir es schaffen können auch mal so ein Haus mit so einer Aussicht zu haben…

Sind danach nach Concon, einem weiteren Küstenort weiter nördlich, gefahren, um dort Empanadas mit Camarón und Queso, also Garnelen und Käse, zu Mittag zu essen. Empanadas sind so was wie die Brezen Bayerns, gibt´s an jeder Ecke als Snack. Empanadas sind gefüllte Teigtaschen und je nach Füllung variiert auch der Teig (Blätterteig, fritierter Teig, Pizzateig…), echt lecker!

Danach sind wir durch Vina del Mar gefahren, DEM Küstenort Chiles. Warum er so berühmt ist weiß ich nicht, besonderen Scharm hat er nämlich nicht. Vergleichbar mit Bibione…

Haben uns also nicht zu lange dort aufgehalten und sind dann endlich nach Valparaíso gekommen, dem Ort den ich schon seit Jahren kennenlernen möchte (Sting´s Song…).
Pablo Neruda, der Glückliche, hatte auch ein Haus in Valparaíso. Gespannt ob es genauso beeindruckend sei sind wir gleich rein.
Die Aussicht war auch toll, aufs Meer ud den Hafen, und die Einrichtung wahrscheinlich noch schöner als die des Hauses in Isla Negra, aber die Aussicht dort kann einfach nix toppen…

Abends sind Jenny und ich feiern gegangen. War wieder mal ein Kampf, weiß nicht wie vielen verzweifelten Typen mit Dackelblick wir einen Korb geben mussten – ich tanz einfach lieber allein, und nicht Bauch an Bauch mit irgendeinem 1,60m großen Fremden!

Außerdem hat uns der “Animateur” sowas von genervt! Da stand ein Typ neben dem DJ, dessen Job es war, jedes 5te Wort des jeweiligen Songs mitzugröhlen und auf der Bühne abzuspacken. In unserem Verständnis hat er einfach jedes Lied zerstört. Bin deswegen dann auch hin zu ihm und hab gefragt, warum er ständig reinlabert. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er sehr freundlich war. Hat mir echt geduldig erklärt, dass es sein Job ist, die Massen “aufzuheizen” und hat uns danach mehrere Male per Microphon mit Namen gegrüßt…und weniger gelabert!!

Am Samstag morgen haben Jenny und ich erstmal ausgiebig in unserem stilvollen Bohemien-Style Hostel gefrühstückt. Der junge Besitzer hatte am Abend zuvor ganz schöne Augen gemacht als Jenny und ich ausdrücklich ein Zimmer mit Ehebett verlangt haben. Der Grund: wir hatten nur eine Wärmflasche…!

Danach sind wir durch Valparaíso gezogen. Aus dem süßen kleinen verschlafenen Fischerdörfchen ist eine 2 Millionen Hafenstadt geworden. Bei aller Größe hat sie ihren Scharm aber nicht verloren.
Valparaíso ist auf unzähligen Hügeln gebaut. Das bedeutet entweder ständig Treppen steigen, oder, für die Faulen, mit einem kleinen Holzwagon auf Schienen steil hinauffahren.
Von oben hat man dann immer einen tollen Blick auf die Stadt mit ihren bunten Häuschen, dem großen Hafen, dem Meer, den Hochhäusern, die immer öfter und schneller aus dem Boden schießen.

Am Samstag Abend, kurz bevor wir zurück nach Santiago wollten, haben wir noch das weltschönste Café (mit dem weltschönsten Kellner Smile ) gefunden. Haben zur Abwechslung Empanads gegessen und uns eine Flasche Wein geteilt, hui! Victor, der Besitzer, hat uns noch mit chilenischer Musik ausgestattet (gut, dass ich immer ne Memory-Card dabei hab!) die ich gerade höre, ein Obertraum!

Am Sonntag sind Jenny und ich dann auf den Hügel Santa Lucia, einem der Hügel in der Innenstadt Santiagos, von denen man ne gute Aussicht auf die Stadt und die schneebedeckten Anden hat.

Danach haben wir Mote con Huesillo probiert, ein Getränk aus Saft, Pfirsichen und gekochten Weizenkörnern, echt lecker.
In Jennys Lieblingscadé Mosqueto haben wir Café getrunken, mit Katha, einer Freundin aus Wien, die ich zufällig auf der Straße in der 6 Millionenstadt Santiago getroffen habe…treff einfach IMMER jemanden, egal wo!

Danach sind Jenny und ich in zwei Museen, Bellas Artes und Arte Contemporáneo, sind sonntags nämlich for free. Waren ganz interessante Dinge dabei…

Gegessen haben wir dann auf dem Mercado Central, dem Fischmarkt Santiagos. Habens uns echt gut gehen lassen: Jakobsmuscheln, Fisch mit Krabbensoße und Muscheln mit Knoblauch und Peperoni…hmmm!

Stinkend und glücklich sind wir durch die Innenstadt um bissi Mitbringsel zu shoppen.

Abends sind wir dann relativ spontan ins Kino, “The ugly truth”, echt witzig, kein Film den die Welt braucht, aber amüsant.

Ja und heute Nachmittga geht´s dann los nach San Pedro de Atacama, 23 Stunden im Bus, am Geburtstag..Freu mich trotzdem sehr, muss unglaubliche Naturspektakel geben dort!

Ich wünsch euch ne gute Woche und alles Liebe, bin schon bald zurück und fass es gar nicht wir schnell die Zeit vergangen ist…
Bis bald!

Eure Lisa

Cerro Santa Ana

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