Monatsarchiv für Februar, 2010

Zeig mir dein Profilfoto, und ich sage dir, wer du bist

Sie sind aktueller denn je: Onlineforen wie Facebook, StudiVZ, MyVZ oder,  für die Jüngsten unter uns, SchülerCC. Sie alle sind Internetseiten, bei denen angemeldete Benutzer steckbriefähnliche Profile von sich anlegen, Freunde  einladen, Interessensgruppen beitreten und Fotos hochladen können. Wer nicht schon mindestens 250 Freunde hat, gewinnt auch keinen mehr dazu. Der Begriff »Freund« erhält eine ganz neue Bedeutung und Experten  sprechen heute sogar von Online- vs. Offline-Freunden, um den Unterschied herzustellen zwischen echten Freunden und solchen, die man nur über Onlinemedien kennt.
Für diese Seiten spricht, dass es sehr einfach ist, mit Leuten, zum Beispiel Urlaubsbekanntschaften, in Kontakt zu bleiben. Gruppen wie »Wenn ich  Mogli wäre, würde ich bei Balu und Baghira bleiben!« bringen Jung und Alt zum Schmunzeln. Andere wie »Wer tanzt, hat bloß kein Geld zum Saufen!«  haben schon den einen oder anderen um seinen guten Ruf beim Arbeitgeber  (oder gar um den Job!) gebracht.

Ein geheimer Kult in diesen Medien ist die Wahl des Profilfotos. Von einfach nur gut getroffen über witzig mit 1960er Brille bis originell auf dem Kamel im Ägyptenurlaub sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Fragwürdig und gefährlich wird es, wenn sich 12-jährige Mädchen lasziv auf dem Sofa räkeln  und 40-jährige Freunde in ihrer Liste haben, die NICHT ihre Väter sind.

Empfehlenswert, um diese Medien ohne schalen Beigeschmack nutzen zu können, ist es also, seine Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen und nur echte (Offline-)Freunde als Freunde zuzulassen.

In diesem Sinne bei aller  Vorsicht viel Spaß und macht’s gut, Eure Lisa