Monatsarchiv für September, 2009

Valparaíso und auf den Spuren Nerudas

Hola a todos!

Wie geht´s euch?

Mir seeehr gut, bin so langsam in Chile angekommen…Es könnte zu Ecuador unterschiedlicher nicht sein, bedeutet aber nichts schlechtes!

War anfangs etwas überwältigt von der Größe Santiagos, dem europäischen Erscheinungsbild der Menschen und der Organisation und Ordnung.

Aber wie wahrscheinlich überall auf der Welt machen Jenny und ich uns eine tolle Zeit hier!

Sind am Freitag mit Chris, einem ihrer (wenigen) chilenischen Freunde nach Isla Negra gefahren, einem kleinen Küstenort in dem sich der berühmte chilenische Schriftsteller und Nobelpreisträger Pablo Neruda niedergelassen hat (unter anderem, er hatte natürlich mehrere Häuser…).

Sein Haus war der absolute Wahnsinn: direkt am Pazifischen Ozean, von jeden einzelnen Fenster konnte man die meterhohen Wellen im türkiblauen Meer sehen…Heute ist er übrigens genau dort, in seinem Garten am Meer an der Seite seiner Frau, begraben.
Neruda war ein “Cosista” (von “cosa” -Ding), also ein Sammler aller möglichn Dinge. So kann man in seinem Haus z.B. ein Zimmer bewundern, das 600 Muscheln beherbergt. Aber nicht irgendwelche Muscheln – es waren die schönsten die ich je gesehen habe…

Haben den Vormittag dort verbracht und überlegt, wie wir es schaffen können auch mal so ein Haus mit so einer Aussicht zu haben…

Sind danach nach Concon, einem weiteren Küstenort weiter nördlich, gefahren, um dort Empanadas mit Camarón und Queso, also Garnelen und Käse, zu Mittag zu essen. Empanadas sind so was wie die Brezen Bayerns, gibt´s an jeder Ecke als Snack. Empanadas sind gefüllte Teigtaschen und je nach Füllung variiert auch der Teig (Blätterteig, fritierter Teig, Pizzateig…), echt lecker!

Danach sind wir durch Vina del Mar gefahren, DEM Küstenort Chiles. Warum er so berühmt ist weiß ich nicht, besonderen Scharm hat er nämlich nicht. Vergleichbar mit Bibione…

Haben uns also nicht zu lange dort aufgehalten und sind dann endlich nach Valparaíso gekommen, dem Ort den ich schon seit Jahren kennenlernen möchte (Sting´s Song…).
Pablo Neruda, der Glückliche, hatte auch ein Haus in Valparaíso. Gespannt ob es genauso beeindruckend sei sind wir gleich rein.
Die Aussicht war auch toll, aufs Meer ud den Hafen, und die Einrichtung wahrscheinlich noch schöner als die des Hauses in Isla Negra, aber die Aussicht dort kann einfach nix toppen…

Abends sind Jenny und ich feiern gegangen. War wieder mal ein Kampf, weiß nicht wie vielen verzweifelten Typen mit Dackelblick wir einen Korb geben mussten – ich tanz einfach lieber allein, und nicht Bauch an Bauch mit irgendeinem 1,60m großen Fremden!

Außerdem hat uns der “Animateur” sowas von genervt! Da stand ein Typ neben dem DJ, dessen Job es war, jedes 5te Wort des jeweiligen Songs mitzugröhlen und auf der Bühne abzuspacken. In unserem Verständnis hat er einfach jedes Lied zerstört. Bin deswegen dann auch hin zu ihm und hab gefragt, warum er ständig reinlabert. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er sehr freundlich war. Hat mir echt geduldig erklärt, dass es sein Job ist, die Massen “aufzuheizen” und hat uns danach mehrere Male per Microphon mit Namen gegrüßt…und weniger gelabert!!

Am Samstag morgen haben Jenny und ich erstmal ausgiebig in unserem stilvollen Bohemien-Style Hostel gefrühstückt. Der junge Besitzer hatte am Abend zuvor ganz schöne Augen gemacht als Jenny und ich ausdrücklich ein Zimmer mit Ehebett verlangt haben. Der Grund: wir hatten nur eine Wärmflasche…!

Danach sind wir durch Valparaíso gezogen. Aus dem süßen kleinen verschlafenen Fischerdörfchen ist eine 2 Millionen Hafenstadt geworden. Bei aller Größe hat sie ihren Scharm aber nicht verloren.
Valparaíso ist auf unzähligen Hügeln gebaut. Das bedeutet entweder ständig Treppen steigen, oder, für die Faulen, mit einem kleinen Holzwagon auf Schienen steil hinauffahren.
Von oben hat man dann immer einen tollen Blick auf die Stadt mit ihren bunten Häuschen, dem großen Hafen, dem Meer, den Hochhäusern, die immer öfter und schneller aus dem Boden schießen.

Am Samstag Abend, kurz bevor wir zurück nach Santiago wollten, haben wir noch das weltschönste Café (mit dem weltschönsten Kellner Smile ) gefunden. Haben zur Abwechslung Empanads gegessen und uns eine Flasche Wein geteilt, hui! Victor, der Besitzer, hat uns noch mit chilenischer Musik ausgestattet (gut, dass ich immer ne Memory-Card dabei hab!) die ich gerade höre, ein Obertraum!

Am Sonntag sind Jenny und ich dann auf den Hügel Santa Lucia, einem der Hügel in der Innenstadt Santiagos, von denen man ne gute Aussicht auf die Stadt und die schneebedeckten Anden hat.

Danach haben wir Mote con Huesillo probiert, ein Getränk aus Saft, Pfirsichen und gekochten Weizenkörnern, echt lecker.
In Jennys Lieblingscadé Mosqueto haben wir Café getrunken, mit Katha, einer Freundin aus Wien, die ich zufällig auf der Straße in der 6 Millionenstadt Santiago getroffen habe…treff einfach IMMER jemanden, egal wo!

Danach sind Jenny und ich in zwei Museen, Bellas Artes und Arte Contemporáneo, sind sonntags nämlich for free. Waren ganz interessante Dinge dabei…

Gegessen haben wir dann auf dem Mercado Central, dem Fischmarkt Santiagos. Habens uns echt gut gehen lassen: Jakobsmuscheln, Fisch mit Krabbensoße und Muscheln mit Knoblauch und Peperoni…hmmm!

Stinkend und glücklich sind wir durch die Innenstadt um bissi Mitbringsel zu shoppen.

Abends sind wir dann relativ spontan ins Kino, “The ugly truth”, echt witzig, kein Film den die Welt braucht, aber amüsant.

Ja und heute Nachmittga geht´s dann los nach San Pedro de Atacama, 23 Stunden im Bus, am Geburtstag..Freu mich trotzdem sehr, muss unglaubliche Naturspektakel geben dort!

Ich wünsch euch ne gute Woche und alles Liebe, bin schon bald zurück und fass es gar nicht wir schnell die Zeit vergangen ist…
Bis bald!

Eure Lisa

Cuenca, Montanita und Guayaquil und CHILE!

Hallo zusammen!

Hoff es geht euch gut!

Bei mir alles gut, hier ein kleines Update von meinen letzten Erlebnissen, bin vorher einfach nicht dazu gekommen…

Bin am Donnerstag vor einer Woche Nachmittag in Cuenca, der drittgroessten Stadt Ecuadors ziemlich weit unten im Sueden, angekommen.
Cuenca ist von den Spaniern im Kolonialstil erbaut und erinnert sehr an europaeische Staedte wie Madrid oder Venedig. Sehr schoen also und ganz ungewohnt fuer Ecuador, wo es doch oft eher Wellblechhuetten und halbfertige Wohnhaeuser gibt!

Am Freitag Fruhe um 8Uhr kam dann Helena an. Sie hatte den Nachtbus aus Quito genommen und war nch 11Stunden dann auch mal da. Die Arme!

Sind trotzdem bald losgezogen um Cuenca zu erkunden. Sind die im Schachbrett angeordneten Strassen einfach auf und ab gelaufen, haben die haeuschen bewundert, geshoppt, richtigen Cafè getrunken etc. War echt schoen!

Der Samstag war ein sehr interessanter Tag!
Sind um 9Uhr los mit dem Bus nach Ingapirca, den einzigen nennenswerten Inca-Ruinen in Ecuador.
Nach 2,5Std Busfahrt sind wir angekommen und haben uns mit einer kleinen Gruppe und einem Guide auf dem Weg durch die Geschichte gemacht.

Ingaprica ist eine ehemalige Staette und Ansiedlung von den wichtigsten Persoenlichkeiten der Incas und Cañaris der Region. Die Incas, die die Sonne verehrten, wollten die Cañari, die den Mond verehren eigentlich unterwerfen. Da sich diese aber zu stark gewehrt haben, entschlossen sich die Incas einen Pakt mit ihnen zu schliessen und eine Cañari-Prinzessin mit einem Inca-Koenig zu verheiraten.
Und so lebten die beiden Voelker in Frieden in Ingaprica (=Inca-Mauer) zusammen. Bis die Spanier kamen und die Cañari die Incas verraten haben und sich mit den Europaeern verbuendet haben. Das Ende der Inca.

Ingaprica zeigt noch heute eine beeindruckenden, wenn auch kleine Ansiedlung und Mauerlandschaft in Form eines Pumas. Der Puma war einer der drei Zweitgoettern der Inca (neben dem Hauptgott Sonne und den Zweitgoettern Condor und Schlange). In der Pfote des Pumas befindet sich der Mondtempel der Cañari – sie steht fuer Kraft.
Am Kopf des Pumas befindet sich der Sonnentempel der Inca – er steht fuer Intelligenz.

Neben den Resten der Tempel kann man in Ingapirca ausserdem die beispiellosen astronomischen Errungenschaften der prekolumbianischen Voelker bewundern. Unter anderem einen Stein mit 28 Loechern, die mit Wasser gefuellt wurden und nach und nach verdampften. so dass man sehen konnte, wann 28 Tage, ein Monat in ihrem Kalender, vergangen war.

Am Sonntag Morgen haben wir Cuenca in Richtung Montanita verlassen.
Montañita ist DER Party und Surfertown Ecuadors, hat auch den Ruf Aussteiger und Drogenparadies zu sein, hat aber trotz allem seinen Charm nicht verloren. Total suesses Doerfchen am Meer mit netten Holzhaeuschen, leckeren Meeresfruechten und huebschen Surfern Icon Smile in Cuenca, Montanita und Guayaquil und CHILE! !

Sind am Montag Morgen von Montanita aus nach Puerto Lopez, DEM Whale-Watching Ort in Ecuador – und nur eine Stunde weg von Montañita.

War rueckblickend einer der besten Tage meines Lebens!

Sind Frueh um 10Uhr auf dem kleinen Whale-Watching Boot los ins offene Meer auf der Suche nach Buckelwalen.

Nach einer knappen Stunde Fahrt hat das Boot die Geschwindigkeit reduziert und wir haben alle gespannt gewartet was passiert…

Und auf einmal meinte Andrés dann “DA!” und zeigte in eine Richtung.
Buckelwale!
Zwischen 15 und 20m lang, die Maennchen von Narben und “Pickeln” uebersaeht von Kaempfen mit Rivalen, die Weibchen glatt und geschmeidig.

Eine Gruppe von drei Walen schwamm ganz nah am Boot vorbei. Mit ganz nah mein ich 5m!

Und so gings dann weiter:
sind ein Stueck mit dem Boot gefahren, haben angehalten, Ausschau gehalten, und Wale gespotet.
Unglaublich, solche Riesen, hab immer wieder “Oh Gott” sagen muessen und hatte Traenen in den Augen.
einfach ueberwaeltigend!

Sie waren nicht besonders aktiv (manchmal springen sie wohl…), aber wir haben sie ganz klar und von Nahem, bis zu 2m neben dem Boot, gesehen – und das hat mir mehr als gereicht, war echt voellig ueberwaeltigt!

Haben ca. 2Std damit verbracht sie einfach nur zu bewundern, Fotos zu machen und den Augenblick zu geniessen…

Danach gings schweren Herzens zurueck in Richtung Festland…

Haben unterwegs noch kurz angehalten um zu schnorcheln. Wasser war nicht so kalt, das Wetter aber auch nicht so toll, sind natuerlich trotzdem rein!
Haben tolle bunte Fischchen gesehen, einen Seeloewen (kommt gaaanz selten vor sie da zu sehen!) und Blaufusstoelpel und Fragattas, die ich schon aus Galapagos kenn.

Um 16Uhr waren wir dann zurueck in Montañita, haben am Strand gechillt und geschlafen bevor wir am Abend unglaublich lecker essen gegamgen sind: Encocado de camarón – Garnelen in Kokossosse…ein Traum!

Um 2Uhr sind wir dann noch auf eine Reagge Party am Strand. War aber mehr ne Chiller-Versammlung ums Lagerfeuer. Helena und ich haben (fast) allein getanzt und hatten Spass! Um 3Uhr sind wir dann im Meer baden gegangen, sooo hammer! Voll warm das Wasser und einfach nur toll!

Um 4Uhr waren wir dann im Bett.

Hammer Tag!

Heute sind wir um 10Uhr zum Hostel-eigenen Fruehstueck gedackelt, im Schlafanzug. Is schliesslich das Chiller Paradies hier, da muss das schon mal drin sein.

Sind danach zum Strand um weitersu chillen und zu schlafen.

Ja um nicht voellig zu vergammeln, haben wir uns dann entschieden, einen Surfkurs (longboard, also so 2m Dinger, ohne Segel) zu machen. Montañita ist naemlich jedes Jahr Schauplatz fuer internationale Surf-Wettkaempfe und Meisterschaften.

Fuer 15$ hatte jede von uns fuer 2 Stunde einen persoenlichen Surflehrerer (Surfer, kein Kommentar…), die und total lieb und geduldig erklaert haben, wie man sich auf dem Board haelt.

War soooowas von ueberragend, hab echt meinen Sport gefunden!

Bin voll oft abgerutscht und nicht richtig aufs Board gekommen, aber wenn, dann wars einfach nur hammer!
Wollten am nächsten Tag gleich nochmal, aber Muskelkater und eine sich anbahnende Erkältung haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Sobald sich die nächste Gelegenheit ergibt werd ich aber wieder auf dem Board stehen, mir egal wo!

Von Ecuadors größter Stadt Guayaquil kann ich nicht ansatzweise so tolle berichten. Sind die Malecon, die Promende auf und ab gelaufen, haben uns aufgrund ihrer Architektur und Modernität wie in Miami gefühlt. Im ehemailgen Slum und heutigen Ausgehviertel haben wir die bunten Lego-Häuschen bestaunt und danach noch einen Park besucht, in dem trotz Großstadt-Tumult drum herum ganz viele Echsen leben.

Das war alles nennenwerte Guayaquils, hab mich dort nicht wohl gefühlt, viel zu groß, gefährlich, schmutzig, unauthentisch…

Hab Ecuador von dort aus also verlassen und bin nach einer Nacht am Flughafen von Lima gestern in Santiago de Chile anegekommen. Meine beste Freundin Jenny hat mich am Flughafen in die Arme geschlossen und mit ihr werde ich in den nächsten zei Wochen soviel von Chile erkunden wie es uns nur möglich ist

Meld dich sobald es was interessantes zu berichten gibt!

Bis dahin, machts gut,

eure Lisa

7. Woche: