Hallo zusammen!
Moecht euch heute ein bisschen von meinem Wochenende berichten.
Am Freitag Abend nach dem Essen hat die Gastfamilie uns Gringas ins Auto eingepackt (waren zu sechst in nem normalen 4 Tuerer, natuerlich, waer ja auch langweilig sonst) um uns die wunderschoene Altstadt Quitos bei Nacht zu zeigen. Ist zu gefaehrlich dort herumzuspazieren (bei Tag und Nacht), deswegen waren wir mit dem Auto unterwegs.
Muss schon sagen, Quitos Altstadt hat den Titel Weltkulturerbe (in den 1970gern verliehen bekommen) echt sowas von verdient! Ist halt im Kolonialstil gebaut, also sicher nicht sehr verschieden von so manchen spanischen Staedten…aber trotzdem, wunderschoen! Und mit den ganzen Beleuchtungen, echt sehenswert!
Sind nur bei der Basilika del Voto Nacional kurz ausgestiegen um Fotos zu machen. Erinnert ein bisschen an die Votivkirche in Wien wer die kennt, nicht nur vom Namen her.
Sind nach dem Ausflug relativ frueh ins Bett, weil wir am Samstag Morgen um 6:30Uhr los nach Baños wollten. War mit Taylor verabredet, die ja im Nebenhaus wohnt. Als sie aber um 6:50 noch immer nicht da war, hab ich mal bei ihr angerufen. Stellte sich heraus, dass der kleine Fernreise-Frischling ohne Wecker im Gepaeck losgezogen ist. Hat sich also darauf verlassen, dass sie die ecuatorianische Gastmama am Samstag um 6:00Uhr morgens weckt, nach einer Woche harter Arbeit, har har!
Mein Anruf hat sie dann geweckt…
Mit 30 Minuten Verspaetung sind mir bei den anderen Maedels am Treffpunkt angekommen, sie waren zum Glueck noch da!! Zu sechst haben wir uns dann auf den Weg zum Busbahnhof gemacht. Dort angekommen ging die Aufregung erst richtig los:
Der VOLLIDIOT vom Schalter verkaufte uns um 8:30Uhr ein Ticket fuer einen Bus, der um 8:25Uhr abfaehrt. Naja, sieht halt 6 Gringas und denkt er kann uns uebers Ohr hauen. Ist ihm auch fast gelungen. Wir pilgern also zur Plattform unseres Busses, der ist aber nicht da. Wenn man es nicht brauchen kann, sind die Busse hier naemlich puenktlich…
Gut, wir sechs pilgern zurueck zum Schalter um das Ticket zu aendern, fuer den naechsten Bus. Doch der Typ meinte ganz selbstverstaendlich, dass das Ticket nicht mehr gueltig waere. „Ja spinnst denn du?!“ haett ich ihn am liebsten gefragt!
Nach einem langen Kampf, in den am Schluss auch drei VIP-Uniform tragende Latinos involviert waren, denen wir es anscheinend angetan hatten, tauschte er uns das Ticket um. Waren zwar nur 3,50$ pro Kopf, aber mir ging’s ums Prinzip! Lass mich doch ne bescheissen!
Nur kurz zur Auflaerung fuer alle, die sich schon seit 30 Zeilen fragen was zum Teufel eigentlich Gringas sind:
Hier in Lateinamerika nennt man Nordamerikaner und auch Europaer, also „Weisse“, Gringos. Kommt der Legende nach kommt das daher, dass die Amerikanischen Soldaten, die in Mexiko stationiert waren, gruene Uniformen trugen. Um ihre Antipathie auszudruecken, riefen ihnen die Mexikaner „Green, Go!“ zu. Daraus hat sich dann, wie bei der guten alten Fluesterpost „Gringo“ entwickelt. Hat oft einen peorativen Charakter, aber nicht immer.
So, weiter im Text:
Wir, abgehetzt, veraergert und nur genervt, steigen also ENDLICH in den Bus ein und nehmen Platz. Zwei Minuten spaeter stellt sich heraus, dass wir keine Sitzplatzreservierung haben. Der Idiot vom Schalter hat zwar das Ticket geaendert, nicht aber die Sitzplatzreservierung. Hat sie einfach vom alten Ticket uebernommen ohne nochmal zu checken…
Naja, so mussten wir uns also vier Stunden holpriger Busfahrt drei Sitze teilen. War ein Heiden-Spass sag ich euch! Aber immer noch Luxus gegen Indiens Busse. Hab ich den anderen Maedels auch gesagt, hat die aber wenig getroestet. Wir waren uebrigens ein Gespann aus zwei Amis, einer Englaenderin, einer Daenin, einer Franzoesin und mir. Volle bunte Mischung, die sich auf Spanisch verstaendigt hat.
In Baños angekommen, haben sich die fuenf gleich auf den Weg zu einem Reisebuero gemacht. Hatten River-Rafting gebucht. Ich hatte mich aufgrund meines Rueckens (und weil ich Schiss hatte) dagegen entschieden.
Baños ist ein kleines Kaff auf der Grenze zum Amazonasgebiet. Ziemlich gruen also. Seinen Namen (Baños= Bad, aber auch Toilette) hat es von ersterer Bedeutung. Baños ist naemlich ein Kurort mit Heilquellen und vielen Wasserfaellen.
So bin ich also den Nachmittag allein durch Baños getigernt, hab mir Ohrringe gekauft und gebratene Meerschweinchen auf dem Grill fotografiert (an alle Besitzer von Wuschels und Fritzis: Bilder lieber nicht anschaun, nichts fuer schwach Nerven!) War schoen entspannend!
Als die anderen zurueckkamen war es schon 20Uhr. Haben und fertig gemacht und sind losgezogen. Waren erst in einer sehr europaeisch anmutenden Bar mit Shisha und allem (Frau des Besitzers is ne Deutsche fand ich dann scharfsinnig heraus) und sind dann weitergezogen in eine Bar die einen offenen Innenhof mit Lagerfeuer hatte, echt cool. Haben bissi geshaked und um 2 Uhr waren wir dann auch schon im Bett.
Am Sonntag sind wir in ein Hostel namens Plantas y Blanco zum fruehstuecken. Auf meiner ersten Reise waren Jenny und ich dort untergebracht, hat also ein paar ganz schoene Erinnerungen wachgerufen.
Mit vollem Magen (gab echtes Brot!!!) sind wir dann in eines von Baños baños. Sind allerdings nicht lang geblieben, weil sich die Maedels etwas anderes darunter vorgestellt hatten. In Wirklichkeit war es naemlich ein Becken voll mit Menschen, Kindern, Plansch-Utensilien. Das Wasser war aufgrund des Schwefelgehalts gelblich braun und es hatte eine gefuehlte Temperatur von 70 Grad. Nix fuer Europaeerinnen…
Danach haben wir uns aufgeteilt, ist einfach zu anstrengend mit sechs Maedels! Ich bin mit Juli, der ganz lieben Franzoesin, und dem Tourguide von ihrem Rafting-Ausflug aus Baños rausspaziert. Haben einen Wasserfall gefunden wo sonst niemand war. Total beruhigend und schoen, volles Kontrastprogramm zu Quito. Aber so ist Ecuador, hat echt fuer jeden was zu bieten!
Um 16Uhr haben wir dann die Heimreise angetreten. Auf dem Weg sind wir am Vulkan Cotopaxi vorbeigefahren, dem hoechsten Ecuadors. Knapp 6000m oder so. Und weil es ausnahmsweise nicht bewoelkt war, konnten wir ihn gnaz aus der Naehe bewundern, siehe Fotos.
Um 20Uhr war ich wieder bei Loren und nach dem Abendessen bin ich ins Bett. Bin noch immer hundemuede um 22hr und topfit um 7Uhr. Nicht das schlechteste wenn man arbeiten muss.
Naja, und die letzten beiden Arbeitstage sind schon wieder wie im Flug vergangen. Hab wieder viel uebersetzt, telefoniert (mein Chef schont mich echt null! Schmeisst mich staendig ins einkalte Wasser, aber is gut so!) und geplant.
Wer sich uebrigens fuer Kulturelle Austauschprogramme in Ecuador interessiert (kann ich nur empfehlen!!!) und schon Spanisch spricht, moege sich bitte auf www.estudiaytrabaja.es.tl informieren. Bald gibts dann alles auch auf englisch und deutsch (wenn ich jemals fertig werde…).
War gestern nach der Arbeit kurz mit Juli auf nem Markt und hab bissi geshoppt und mich schon wieder in alles was sie hier so verkaufen verliebt…Zum Glueck hab ich ne Gewichtsbeschraenkung beim Gepaeck!
So, und das war’s eigentlich schon wieder!
Bis zum naechsten Mal, alles Liebe und macht’s gut,
eure Lisa
Nee, eigentlich war es der Geburtstag der Gastoma Rocio! Um 20Uhr sind die ersten Gaeste eingetrudelt und um 21Uhr waren wir dann komplett. Ungefaehr 25 Leute, ALLES Familie.